Aroma ins Depot bringen: Kaffee-Aktien

Wer zu den Menschen zählt, die in ihrer Küche eine der eleganten und hochwertigen Espresso-Maschinen oder Kaffee-Vollautomaten der italienischen Marke Saeco stehen haben, in der Stadt beim Italiener gern einen Latte-Macchiato genießt oder einen Espresso von Lavazza oder Segafredo, der weiß das Kaffeetrinken einfach chic ist.

Doch nur die wenigsten wissen, dass die braune Bohne, schon längst weltweit zu dem zweitwichtigsten Rohstoff herangereift ist. Besonders Trader sollten aus diesem Grund einmal den Kaffeemarkt genauer durchleuchten.

Kaffee in Zahlen

Pro Kopf wurden 2015 in Europa 5 kg Kaffee verbraucht. Dabei liegen die Deutschen auf den sechsten Platz mit rund 7 kg. Angeführt wird die Tabelle von den Finnen mit einem Verbrauch von 12.2 kg pro Kopf in 2015 dicht gefolgt von den Schweden mit 10,1 kg. Die weiteren Plätze:

  • Norwegen: 8,8 kg
  • Österreich: 7,8 kg
  • Schweiz: 7,7 kg

Ebenso interessant ist der Import von Kaffee in den Jahren von 2014 bis Januar 2017. So Importe Deutschland im Januar 2017 106.347 Tonnen Kaffee. 2016 wurden von den Deutschen durchschnittlich 3,8 Tassen Kaffee täglich getrunken und das sind 162 Liter im Jahr, nach einer Erhebung des deutschen Kaffeeverbandes. Diese Zahlen zeigen, die Deutschen lieben ihren Kaffee – aber Kaffee könnte bald deutlich teurer werden.

Der Grund ist, dass die internationalen Kaffeebörsen bereits Mitte 2016 in Aufruhr versetzt waren. Und seit Anfang Juni 2016 kennt der Trend der weltweiten Rohkaffeepreise nur eine Richtung – nach oben. Aber was spricht für die steigenden Kaffeepreise?

Die Weltbevölkerung wächst stetig

Je stärker die Weltbevölkerung wächst, desto höher ist die Nachfrage und der Verbrauch der Kaffeebohnen. Kaffee ist und bleibt eines der beliebtesten Getränke der Welt und eben aus diesem Grund ergeben sich auch bereits die positiven Argumente dafür, dass die Kaffeepreise anziehen. Zudem tut sich auch in China ein neuer Markt auf, denn dort hat Kaffee einen Nachholbedarf und erlebt dort aktuell einen regelrechten Boom. Sollte die steigende Nachfrage nicht mit einer erhöhten Produktion erwidert werden, dann sollte es an den Rohstoffbörsen dazu kommen, dass die Kaffeepreise steigen.

In Kaffee investieren: Kaffee fürs Portfolio

Wer es in Betracht zieht in Kaffee zu investieren, der hat als Kleinanleger verschiedene Möglichkeiten. Die Investition in das physische Gut ist weniger sinnvoll, denn neben der Tatsache, dass die Lagerkapazitäten bereits bei einer verhältnismäßigen geringen Investitionssumme Probleme bereiten können, ist auch die begrenzte Haltbarkeit der Kaffeebohnen zu beachten.

Es ist deutlich sinnvoller sich über Zertifikate und ETCs an der Preisentwicklung der braunen Bohne zu beteiligen. Allerdings müssen Anleger hier einiges beachten: Kaffee wird nicht in Euro gehandelt und daher sollte eine Währungsberechtigte Version der Kaffee-Zertifikate gewählt werden. Damit kann sich der Trader gegen die Währungsschwankungen schützen. Zudem sollten Zertifikate immer nur von den großen und äußerst liquiden Kreditinstituten erworben werden, denn dadurch ist das Emittentenrisiko gering und ein Totalverlust wird unwahrscheinlich.

Für die Einsteiger sind die klassischen Open-End-Zertifikate gut geeignet. Diese Papiere beteiligen den Trader bspw. an der Wertentwicklung des Kaffeepreises. Der Anleger kann mit dieser Anlage mit einem „Call-Zertifikat“ auf die steigenden und mit einem „Put-Zertifikat“ auf die fallenden Preise spekulieren. Dadurch kann der Trader an der Preisentwicklung in beiden Richtungen teilhaben.

Kaffee? Ja bitte, gern – aber nur in Maßen

Eine Tasse Kaffee in Ehren kann wohl niemand ausschlagen. Doch bei den Kaffee-Aktien sieht es anders aus. Denn die Preise für Kaffee können mittel- bis langfristig zwar steigen, aber die hohen Preisschwankungen sollte der sicherheitsbewusste Trader durch eine starke Streuung seines Depots abfangen. Selbst die Anleger, die sich diesem Risiko bewusst sind, sollten darauf achten, dass in ihrem Depot nur ein mäßiger Anteil von Kaffee-Zertifikaten im Gesamtportfolio vorhanden ist.